Verkehrswende in der Metropolregion Hamburg
Shownotes
In der zwanzigsten Folge von Xplore #Sustainability diskutieren Marcus Scholz und Martin Bill, Staatsrat in der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg. Martin Bill ist Mitglied der Grünen Fraktion und hat sich auf Verkehrspolitik und Stadtentwicklung fokussiert. In einem spannenden Gespräch mit vielen Details rund um die Hamburger Verkehrspolitik steht die Realität verkehrspolitischer Konzepte im Fokus. Was macht den Verkehr in einer lebenswerten Stadt aus? Wie lässt sich Mobilität in einer Metropolregion wie Hamburg zukunftsfähig darstellen? Wie kann der ÖPNV als Treiber der öffentlichen Mobilität gestärkt werden? Was würde die Austragung der Olympischen Sommerspiele für die künftige Verkehrspolitik der Hansestadt Hamburg bedeuten?
Die Zuhörer erfahren Wissenswertes über die Realität der Verkehrspolitik, über Herausforderungen und Chancen verkehrspolitischer Entwicklungen - verpackt in einem offenen Gespräch zwischen zwei Experten, denen eine nachhaltige, zukunftsfähige Verkehrsentwicklung mit viel Platz für gemeinsames Leben und Erleben am Herzen liegt.
Weiterführende Links:
- Alle Infos zum Podcast gibt's hier: https://xplore-sustainability.de/
- LinkedIn Marcus Scholz: https:https://www.linkedin.com/in/scholzmarcus
- Hamburger Senat - Staatsrat Martin Bill - hamburg.de
Jeden Monat erwartet euch eine neue Folge - auf allen relevanten Podcast-Plattformen.
Fragen und Anregungen gerne an: presse@elexon-charging.com
Transkript anzeigen
00:00:02: Willkommen zu den nächsten Folgen von Explosive Sustainability mit dem Themen autonomes Fahren, Verkehrsinfrastrukturpolitik und Planung von Immobility-Hafs.
00:00:13: Diesmal aus dem Hamburger Studio bei Varro-Prim direkt am Hafen gelegen was man an der einen oder anderen Stelle akustisch hören wird.
00:00:25: Heute zu Gast Martin Bill, Staatsrat für Verkehrs- und Mobilitätswende der Freien Hansestadt Hamburg zum Thema Mobilitätstrategie Hamburg zwischen politischem Anspruch operativer Realität und internationalem Wettbewerb.
00:00:37: Herzlich willkommen Martin Bill, hier bei Explosive Stainability.
00:00:41: Moin!
00:00:41: Dank dir für die Einladung.
00:00:42: Und was ist das Zielbild für Mobilität in Hamburg?
00:00:46: Für mich ist wichtig dass wir alle gemeinsam egal wo wir wohnen und in welchen Lebenssituationen wir gerade sind gut von A nach B kommen... ...und für mich ist es wichtig, dass wir dabei eine Stadt haben, die den Menschen im Mittelpunkt hat.
00:00:59: Wo wir sagen, das ist eine lebenswerte Stadt, wo ich auch gerne bin.
00:01:02: Vielleicht hätte ich jetzt erwartet, dass sie sagen, wir wollen irgendwie Klimaschutz vorantreiben Das ist finde ich etwas, was daraus erwächst.
00:01:09: Weil am Ende muss Mobilität erst mal darstellen dass wir uns gut fortbewegen.
00:01:13: Idealerweise auch fort bewegen können ohne auf eigene Hilfsmittel angewiesen sein wie zum Beispiel ein teures Auto zu kaufen.
00:01:21: und Ich finde man musste sich in einer Stadt und das geht eher so ein bisschen die Stadtentwicklung als eigentlich in die Verkehrspolitik Man muss sich in eine Stadt auch gut aufhalten können.
00:01:28: also ich muss in der Innenstadt am Jungfernsteg aber vielleicht auch mein Bezirkszentrum und sie sagen mensche gehe ich gerne hin Da treffe ich Leute, da bleibe ich auch mal und es ist nicht so voll.
00:01:36: Es ist hier so voll und stickig und laut und die Autos stören und ich will
00:01:39: weg.".
00:01:39: Ja absolut!
00:01:40: Ich habe in Hamburg schon fünf, sechs Jahre gearbeitet... ...und Hamburg ist viel erlebbarer ohne Auto.
00:01:47: Das gibt für viele Städte aber im Speziellen auch für Hamburg.
00:01:51: Und gerade an der Außenalz da...
00:01:53: Naja das ist unsere Perle ne?
00:01:54: Der Raum dafür muss halt geschaffen werden irgendwo.
00:01:57: Exakt.
00:01:57: Ist ein guter Punkt.
00:01:58: Gibt's Zielkonflikte im System?
00:02:01: Du hast gesagt, es muss lebenswert sein und Klimaschutz ist jetzt nicht der predominante Punkt.
00:02:08: Es ist sicherlich auf dem Punkt aber gibt's Zielkonflikte in den Punkten die ihr definiert habt?
00:02:15: Woher sagt Mobilität also die Ausgrenzung von Autos aus der Stadt steht im Widerspruch zu X Y. Zielkonflikte
00:02:23: gibts eigentlich in der Verkehrspolitik überall und immer.
00:02:26: das könnte man als Definitionen der Verkehrspolitik nehmen Weil am Ende ist es ja so, du hast den Raum zur Verfügung der Zwischenhauswand und Hauswand ist.
00:02:35: Und er ist begrenzt!
00:02:36: Und alle wollen irgendwas machen in diesem Raum.
00:02:38: Bleiben wir mal bei der Binn-Alster oder bei der Alste allgemein.
00:02:41: das ist schon sowas wie unsere gute Stube.
00:02:44: Da hatten wir noch vor gar nicht so langer Zeit eine Situation dass wir am Ballindarm unter dem Jungfernstieg jeweils vier spurige Straßen hatten mit einem Wohnzimmer.
00:02:55: Wo es natürlich auch ein damaliges Mobilitätsbedürfnis dahinter steckt, das jetzt aber nicht mehr so da ist.
00:02:59: Und dann haben wir gesagt, da müssen wir mal umverteilen.
00:03:01: Da haben wir jetzt die Aufenthaltsqualität und Baumstandorte und dass man einmal vernünftig spazieren gehen kann über das Interesse gestellt hat mit dem Auto hinzufahren.
00:03:11: Das haben wir natürlich an anderen Stellen noch ganz anders.
00:03:13: Wir haben auch Stellen wo man sagt, da wollen die meisten Leute einfach durchfahren und deswegen ist prä eher auf der Frage fahrbaren Radwerksanlagen als zu sehr große Plätze zu schaffen.
00:03:24: Insofern müssen wir an jedem Ort immer wieder neu abwägen und diese Zielkonflikte austarieren, wo will ich was machen?
00:03:30: An der Außenalz da ist zum Beispiel das Belang oder den Kanälen auch das Belangen.
00:03:35: wie komme ich auch mal mit einem Stand-up Paddel daran?
00:03:37: oder kann ich mich da auch mal einen halben Tag lang aufhalten jetzt wesentlich höher als in anderen Orten.
00:03:41: Ja macht Sinn.
00:03:42: Berlin hat die Diskussion ja zur Genüge gehabt wenn nicht mehr mit meinem Fahrzeug direkt bis vor mein Lieblingsgeschäft fahren kann.
00:03:51: Ist das ein Thema in Hamburg gewesen, so wie die Diskussion auch in Berlin geführt worden ist?
00:03:54: Ja, wir haben diese Diskussion nicht so spitze auf Knopf wie in Berlin.
00:03:59: Das hat den Grund, dass wir das bewusst auch nicht so fokussiert haben weil ich glaube es nichts bringt wenn wir eine verkehrspolitische oder eine gesellschaftliche Diskussion so auf die Spitze treiben, dass sich im Grunde eine Stadt spaltet und auch sich spalten muss, weil sie sich entscheiden muss ja oder nein.
00:04:16: Und es ist auch nicht sinnvoll, immer in der Verkehrspolitik jetzt ein Kampf gegen das Auto zu führen.
00:04:20: Ich führe kein Kampf gegen dass auto sondern ich führe eine Diskussion wie ich einen Stadtraum so gestalten will Dass er für alle gut ist.
00:04:28: und ich habe in unseren verkehrskonzepten die wir so für die jahre zwanzig dreißig zwanzich vierzig entwickeln hab ich immer das auto mit drin Weil es ganz klar ist dass für bestimmte Ansprüche Ein eigenes oder ein gemietetes auto Sie sinnvolle Alternative ist, um voranzukommen.
00:04:45: Als Beispiel ich wollte mal aus einem Büro in ein anderes Büro von mir einen Kühlschrank transportieren.
00:04:51: Da habe ich dann gesagt Mensch du bist ja hier irgendwie ganz cool und so.
00:04:54: und jetzt nimmst man eine Sackkare und schneid dir diesen Kühlchrank drauf.
00:04:57: und da bin ich in die U-Bahn gegangen
00:04:59: mit der Sackkarre
00:05:00: und dem KühlSchrank und war froh das überall Aufzüge waren Und bin dann durch die Stadt und habe das auch hingekriegt, aber dass ist natürlich nicht das neue normal sondern normal ist im nimmsten auto was kofferraum auf kühlschrank rein.
00:05:12: Und so gibt es ganz viele cases wo du sagst natürlich fahr ich out und deswegen müssen wir diese mobilität auch bereithalten.
00:05:19: Es gibt aber auch ganz viele anwendungsfälle wo man sagt boah es gibt bessere metoden.
00:05:23: Und dass diese besseren methoden dann komfortabel sind und in einer stadt auch etabliert werden.
00:05:27: das ist mein ziel und deswegen versuchen wir immer uns die Projekte rauszusuchen, wo sie im Grunde aufdrängt.
00:05:33: Dass wir etwas besser machen können und wo wir auch eine gesellschaftliche Mehrheit dafür haben, etwas besser zu machen.
00:05:39: Deswegen haben wir zum Beispiel ein Jungfenstück umgebaut, wo vorher zehn bis zwanzigtausend Autos fuhren, wo vier Fahrspuren waren, wo wir gesagt haben da darf jetzt kein Privat-Pkw mehr reinfahren.
00:05:51: Und es gab kurz ne Diskussion in Hamburg, wo er sagt oh das geht nicht und die Innenstadt bricht zusammen hier und da Und das schwenkte dann als wir es gemacht haben sehr schnell oben.
00:06:00: dass dann die lokalen Zeitung berichteten mensch.
00:06:03: Wir haben da noch ein privates auto gesehen das geht ja gar nicht.
00:06:05: jetzt sorg bitte dafür, dass sie auch wirklich da nicht mit durchfahren.
00:06:07: also hat sich sofort umgeschwenkt im des wird heute überhaupt nicht mehr in Frage gestellt, weil alle gesehen haben der Jungfernstieg ist jetzt viel besser geworden.
00:06:14: Viel schöner geworden und alle haben Lust dahin zu gehen.
00:06:17: Wenn man das positiv kommuniziert und den Mehrwert in den Vordergrund stellt dann ist es eigentlich auch kein Problem.
00:06:22: Wichtig ist dass du weißt was du mit dem Raum machen willst.
00:06:24: also es hilft uns nichts zu sagen jetzt machen wir mal freie Fläche sperren alles raus was da war hast du im Grunde, wie so ein Western.
00:06:31: Dann sind also die Staubflocken, die irgendwie vom Wind verwirrt werden und nichts passiert sondern du brauchst einen Raum wo auch Leute Lust haben was damit zu machen.
00:06:39: Und dann nehmen die Leute den auch an, da nimmt eine Stadt diesen Raum auch an und dann gibt es auch wenn das mal gemacht wurde keine Diskussion mehr darum dass irgendwas fehlt sondern alle freuen sich.
00:06:47: Wenn Du aber ne Negativ-Diskussion hast wenn Du nicht weißt was Du mit dem Raum machen sollts wenn das auch verkehrlich nicht funktioniert in der Umgebung und im Grund einer halbe Stadt lahmen legt dann hast Du ne Diskussion dann hast du auch nen Problem.
00:06:57: Das kann auch nicht unser Ziel sein, solche Zustände zu haben.
00:07:00: Sondern wir wollen Projekte, die funktionieren und wo wir alle am Ende sagen Mensch das haben wir aber toll gemacht, guck mal hier wie schön es ist jetzt haben.
00:07:07: Welchen Beitrag kann Elektromobilität und jetzt nicht nur individuelle Elektromobilität für diesen Erfolg beitragen?
00:07:14: Ich habe eben schon gesagt Wir haben auch in unseren zukünftigen Verkehrskonzepten das Auto als Verkehrsmittel mit drin.
00:07:21: Und je weiter du ins ländliche gehst desto mehr wirst du auch das Auto in Zukunft brauchen.
00:07:27: In unseren Verkehrsmodellen für die Stadt Hamburg ist es so, dass wir sagen zwanzig Prozent der Wege.
00:07:32: Also jeder fünfte Weg wird auch in Zukunft noch mit dem Auto zurückgelegt werden.
00:07:36: und da ist es So das dann die Elektromobilität mit ins Spiel kommt, dass Wir sagen Die wird dann aber elektromobil sein damit wir unsere klimaziele erreichen Damit wir auch Das bild erreichen Dass wir sagen wir wollen eine lebenswerte stadt weil ein elektromobil einfach viel weniger Auswirkungen hat als im klassischer verbrenner.
00:07:53: Und dann kommen wir noch in den gesamten Bereich der Engüttermobilität Logistik, wo auch der Lkw nach wie vor eine sehr dominante Rolle spielen wird und wird da die Elektromobilität hauchen um unsere Klimaziele zu erreichen.
00:08:05: Wir haben in den letzten sechs Jahren rund irgendwas um die thirty bis forty tausend Ladepunkte für große Logistiker aufgebaut gerade auch unter dem Aspekt das natürlich kommunal hingegangen ist und gesagt haben wir möchten jeden städterfrei von gerade im Cap-Logistikbereich Last Mile Transport hatten Riesenimpact ... in der CO-Zweibetrachtung wollen wir raus haben, macht auch Sinn.
00:08:27: Und jetzt geht es langsam in das Thema Mittelstrecke, Langstreckel... Da haben wir an der einen oder anderen Stelle noch infrastrukturelle Herausforderungen,... Aber auf die sind aus meiner Sicht absolut lösbar.
00:08:39: Kommen wir aber mal zurück zum Stadtbereich.
00:08:41: Wie bewertest du das Thema?
00:08:44: multimodale Mobilität im Stadtbereich.
00:08:47: Wir setzen alles daran, dass wir diese Wegeketten ermöglichen.
00:08:50: Das ist uns ganz wichtig.
00:08:51: ich persönlich finde das auch ein Teil von Freiheit, dass man sagt Ich habe bestimmte Sharing-Mobilität die ich individuell nutzen kann wie mein Tag gerade ist.
00:09:01: also wenn ich mich morgens entscheide ich setze mich ins Auto und verhindere dann hab ich dieses Auto den ganzen Tag anhacken das gleiche mit dem privaten Fahrrad mit dem Fahrrad zur U-Bahn gefahren, habe das dastehen lassen.
00:09:10: Bin mit der U-bahn in die Stadt gefahren und hab just am Ende des Tages vergessen, dass ich im Fahrrad bei der U Bahn war.
00:09:15: Das heißt heute Morgen guckte ich den Schuppen und sagte oh!
00:09:18: Das wär mir jetzt mit einem Sharing Bike oder mit einem geteilten Scooter nicht passiert.
00:09:21: Und es kann mich abhaken.
00:09:22: Insofern ist auch diese Freiheit ganz wichtig weil sich im Laufe des Tages glaube ich viel verändert und man immer sagen kann was ist jetzt das beste Verkehrsmittel?
00:09:29: Dann muss es aber natürlich auch funktionieren.
00:09:31: Ich finde diese Konzepte funktionieren sehr gut Und ich kenne auch viele Leute, die sagen, Mensch, Karscheln ist für mich eigentlich viel besser.
00:09:38: Weil ich muss mich nicht um TÜV kümmern und im Zweifel nicht um Parkplatz kümmern oder dass der Tank immer geladen ist und das Ding gesaugt ist, sondern ich nutze es und gebe's wieder ab.
00:09:46: Andere kümmen sich darum, dass ich damit auch legal fahren
00:09:49: darf.".
00:09:49: Mit welchen Konzepten habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
00:09:52: Welche schlechte?
00:09:52: Also viele Städte diskutieren ja da drüber.
00:09:54: Ich glaube auch Paris hat das Thema e-Scooter komplett aus dem Innenstadtbereich wieder rausgenommen.
00:09:59: Wie sind eure Erfahrungen?
00:10:02: Es ist meines Erachtens gar nicht so sehr des Guters wegen der Diskussion, sondern wegen der Handhabung.
00:10:07: Also ich frage mich manchmal schon ob die Leute, die das da mitten in den Weg gestellt haben einmal geguckt haben wo sie das Ding hingestellt haben.
00:10:14: es ist relativ schwierig jetzt staatlich verordnet überall Abstellpunkte zu machen weil du schon ein recht kleinteiliges Netz brauchst.
00:10:21: wir haben das bei unserem Stadtrat haben wir das dass wir Standorte haben wo die abgestellt werden.
00:10:27: das ist sehr aufwendig weil eben darüber diskutiert.
00:10:29: jeder Platz ist stark umkämpft.
00:10:31: Deswegen glaube ich, dass wir bei den Scootern dazu kommen müssen.
00:10:34: Dass man einfach mal einen Kopf anschaltet und guckt wo kann ich die hinstellen?
00:10:36: Wo kann ich sie nicht hinstellen?
00:10:38: Ansonsten haben die eine erstaunlich hohe Frequenz in der Nutzung Und das zeigt mir jetzt erstmal von der Nuzung her.
00:10:46: Das ist anscheinend ein Bedürfnis.
00:10:47: dafür gibt es in die Mobilität mit zu integrieren.
00:10:50: Ich persönlich nutze ihn nicht so oft.
00:10:52: Ich fahre lieber Fahrrad, weil ich da auch mal mit ein bisschen Muskelkraft kann ich auch mal auf twenty fünf fahren und werde nicht auf zwanzig abgeriegelt.
00:10:58: Dann erreiche ich manchmal die Ampel auch noch, wenn ich sie beim Scooter nicht erreiche.
00:11:02: Eigentlich ist das alles regelbar und wenn Leute das nutzen wollen sollen sie es gerne nutzen.
00:11:05: Man muss es halt nur so nutzen dass das andere nicht gefährdet.
00:11:08: Das ist eigentlich da der Punkt.
00:11:09: wir haben sehr große Cachingflotte in Hamburg.
00:11:11: die Regel genutzt wird.
00:11:13: Da höre ich auch immer wieder, dass gerade das viele sehr begeistert.
00:11:16: Ich persönlich bin sehr davon begeisterd, dass wir auch große Autos in den Karschelgen flotten haben.
00:11:22: Früher musste man für eine Sprinterklasse immer sehr aufwendig zur Autovermietung und jetzt kannst du eigentlich per App kriegst du das wunderbar stundenweise gemietet so, sodass das viel viel einfacher ist dann eben auch individuell zu sagen es braucht ein kleines, es braucht einen mittleren oder großes Auto?
00:11:36: Ja,
00:11:36: ich glaube das ist generell sehr komfortabel geworden mit den entsprechenden Apps multimodal über sämtliche Produkte zu gehen und sie zumieten.
00:11:46: Wir haben das übrigens in den öffentlichen Verkehr integriert, das ist eine ganz klare Statement bei uns dass auch die geteilte Mobilität Teil der öffentliche Mobilität ist.
00:11:56: du kannst bei uns über die gleiche App in der du dir einen HV-Forticket kaufen kannst kannst du dir auch ein Karscheng buchen kannst du auch ein Scooter buchen kannst du dir auf dem Fahrrad buchen und kriegst das am Ende alles über die Payment-Methode abgerechnet, die du da einmal hinterlicht hast.
00:12:11: Das ist superkomfortabel!
00:12:12: Wie sieht es mit Taxis aus?
00:12:13: Auch mit drin.
00:12:14: Taxi ist damit drin, Mojas damit drin.
00:12:16: also im Grunde die komplette Mobilitätskette kannst du über eine Abrechnungsmethode über einen Appzugang buchen.
00:12:22: Bleiben wir bei Taxis?
00:12:23: Wie sieht's dann mit der Elektrifizierung in Hamburg aus?
00:12:26: Ich glaube ihr hattet mal ein sehr klares Zielbild wo ihr hin wollt... Wo steht er da?
00:12:30: Wir
00:12:30: haben immer noch ein sehr klares Zielbild in das hamburgische Klimaschutzgesetz reingeschrieben, dass neue Taxen nur noch E-Taxen sein dürfen.
00:12:39: Es gibt eine kleine Ausnahme, das sind Taxen die größer sind als acht Personen also Großraumtaxen.
00:12:44: da ist der E-Mobilitätsmarkt noch überschaubarer als im Pekawiebereich.
00:12:50: und auch Inklusionstaxen, also Taxen, die Rollstühle transportieren dürfen auch noch verbrenner sein weil auch da die Modellvielfalt einfach sehr gering ist.
00:12:59: Das hat dazu geführt, dass wir aktuell glaube ich den höchsten Anteil an E-Taxen in Hamburg haben und wir haben das begleitet durch ein Förderprogramm.
00:13:08: Wir haben gesagt, wir stellen euch bald um auf E-Mobilität und wir fördern jetzt aber noch bis zu dem Zeitpunkt wo es gesetzlich vorgeschrieben ist die Umstellung auf Etaxen und haben das so ein bisschen abbauend gefördert sodass wir am Anfang zwanzig tausende oder zehn tausend je nachdem welches Taxi du anschaffen wolltest gefördert haben und jetzt bei zweieinhalb Tausend sind.
00:13:28: Das hat zu einem enormen Boost geführt.
00:13:30: Wie schaut es aus mit dem Thema Ladeinfrastrukturen?
00:13:32: Taxis haben zwar, wenn man es auf die Gesamtstrecke betrachtet wahrscheinlich nicht eine Riesenreichweite.
00:13:39: Aber viele kleine Einheiten führen am Ende des Tages auch zu einem Verbrauch und kleine Fahrten haben einen höheren Verbraucher als eine kontinuierliche Strecke.
00:13:50: Wie sieht's aus mit der Lade-Infrastruktur für Taxis?
00:13:52: wie ist das angegangen worden?
00:13:53: Fürs Taxi-Business ist das extrem wichtig, dass die zuverlässig wissen wo sie laden können weil das am Ende natürlich auch Arbeitszeit ist.
00:14:00: Wenn du es geschickt machst oder wenn es alles sich gut fügt dann kriegst du es hin im Grunde in der Wartezeit zu laden.
00:14:05: Das ist aber oft dann auch Theorie.
00:14:08: Dann kriegste es vielleicht noch innerhalb der Mittagspause zu ladern Aber du musst eben schnell und verlässlich laden könnt.
00:14:13: Deswegen haben wir ein Netz im Aufbau Wo wir Schnelladestation haben Die exklusiv für Taxen sind so dass Sie genau wissen da kann ich hin, da sind nur meine Kollegen und ich berechtigt zu laden.
00:14:25: Und wir haben ohnehin ein sehr schnell wachsendes Ladennetz und zunehmend auch private Akteure im Markt die bewusst Ladestation ausbauen.
00:14:35: Im Schnellladebereich ganz viel auf Supermarktparkplätzen oder auf Baumarktparkplätze nämlich sehr viele Taxler, die dann gerade zu diesen Baumärkten oder mal acht oder zehn Ladepunkte sind hinfahren dort laden sich beim Bäcker etwas zu essen holen nach zehn bis dreißig Minuten dann eben wieder weiterfahren.
00:14:53: Was in der Regel bei den heutigen Ladeleistungen auch vollkommen ausreicht, wie geht es da mit dem Thema Netzverfügbarkeit um?
00:15:00: Also das ist ja ein deutschundweites Problem wird Hamburg nicht vorbeigehen.
00:15:09: Wir haben das Glück dass Hamburg sich die Stromnetze vor einigen Jahren zurückgekauft hat.
00:15:17: Das war eine Volksabstimmung die sehr intensiv diskutiert wurde.
00:15:23: Die Bevölkerung hat entschieden, dass wir die Netze zurückkaufen sollen.
00:15:26: Es sind Stromnetze das Gasnetz ist das Fernwärmenetz und dadurch können wir im Grunde selbst auch drauf gucken und mit den Netzbetreibern zusammen Konzepte entwickeln, dass Wir in kein Bottleneck kommen sondern dass wir eben dann auf die Kapazitäten zur Verfügung stellen, die wir brauchen so dass wir da Hand-in-Hand gehen was die netzausbau angeht und was eben den Ausbau der Ladeinfrastruktur angeht.
00:15:47: Das wird sich aus meiner Sicht noch ein cleverer Konzept an mit dem was wir so als Erfahrung haben im Markt, wenn wir auf Kommunen zugehen und unsere Kunden dementsprechend ein Netz.
00:15:56: Das ist jetzt nicht unherrausfordernd sage ich trotzdem ja als kleines Sternchen weil die Stromnetze haben uns vorgerechnet sie müssen im Grunde für die Zukunftsszenarien die wir haben das Netz mindestens verdreifachen in der Kapazität.
00:16:09: da kommt rein dass wir die Mobilität auf Elektromobilität umstellen Da kommt rein, dass die Wärmeversorgung der Gebäude primär auf Strom umgestellt wird über Wärmepumpen.
00:16:19: Und das kumuliert bedeutet eben schon eine sehr, sehr viel höhere Netzlast als wir sie jetzt haben.
00:16:24: Aber gut ist eben wenn man das einmal planen kann, wenn man sagt Wir setzen die Klimaschutzpläne, die Elektromobilitätsplänen und den Netzausbau übereinander und steuern das alles staatlich dann kann das eben auch zusammen agieren.
00:16:36: Dann können wir zum Beispiel auch im öffentlichen Raum die Baustellen so priorisieren dass wir sagen Mensch diese Baustelle ist ja sehr wichtig weil wir gerade Bottleneck im Stromnetz schließen müssen, damit wir die und die Ziele erreichen können.
00:16:49: Ja das ist tatsächlich ein sehr guter Punkt weil wir immer wieder feststellen dass im öffentlichen Raum das Thema ganzheitlicher Ansatz manchmal zu kurz gesprungen ist und da ist es einen Weg der tatsächlich viel besser funktionieren kann also eigentlich auch immer so angegangen werden sollte wenn wir über infrastrukturelle Planung reden.
00:17:13: aber Schön zu hören, dass es in Hamburg tatsächlich auch in der Form gelebt wird.
00:17:20: Wo siehst du Engpässe trotz guter Planung?
00:17:23: Wenn wir über das Thema Ladeinfrastrukturausbau reden...
00:17:26: Am schönsten ist ja immer wenn Du das was Du als Ziel hast so im Grunde mit dem Fingerschnip und sofort hast.
00:17:31: Das größte Problem ist immer die Zeit da hinzukommen Und sich dann auf den Punkt so anpassen zu können, dass veränderte Rahmenbedingungen dann auch umgesetzt werden können.
00:17:41: Wir müssen immer wieder in den öffentlichen Raum.
00:17:44: Wir müssen das, wenn wir eine Fernwärmeleitung bauen wollen, müssen wir die Straße aufmachen und den Stromnetz erneuern.
00:17:51: Auch unsere Wasserleitung hat jetzt mit Mobilitätsveränderungen eigentlich gar nichts zu tun aber die sind teilweise hundert Jahre alt.
00:17:57: auch die müssen mal saniert werden.
00:17:59: Wir wollen alle ganz schnelles Glasfasernetz haben.
00:18:01: Das muss auch in der Erde gebuttelt werden.
00:18:03: Und dann würde ich gerne noch hier und da einen schönen Radweg bauen.
00:18:06: Wir müssen mal die Infrastruktur kontinuierlich erneuernden, die wir in den letzten vierzig Jahren haben verrottten lassen Und hier und da vielleicht noch eine S-Bahnstation.
00:18:15: Jetzt an der Aufzählung, da habe ich jetzt noch ganz viel vergessen, merkst du schon?
00:18:18: Am Ende wollen wir immer irgendwo bauen!
00:18:22: Da brauchen wir erstmal Ingenieure, Ingeniere die das planen.
00:18:25: dann brauchen wir Bauunternehmen die das umsetzen.
00:18:28: Das sind begrenzte Kapazitäten und dann brauchen einen freien Baustellen-Slot, weil wir halt auch nicht überall in der Stadt gleichzeitig bauen können.
00:18:35: Und das alles zusammenzukriegen?
00:18:36: Das ist im Grunde die große Herausforderung meines Erachtens in Hamburg mindestens bis zum Jahr zwanzigvierzig.
00:18:42: Aber
00:18:42: der Hamburger ist ja leid geprüft.
00:18:43: also wenn man das Thema Weiterführungen des Elbtunnels oder Überhausen mit der Autobahn und seit wie lange geht es jetzt schon?
00:18:51: Ich habe in Hamburg glaube ich angefangen.
00:18:53: Die habe ich so schon vergessen, die Baustelle.
00:18:55: Ja auf die Autobahn muss ganz viel Infrastruktur erneuern.
00:18:58: da sind natürlich tolle Projekte beinahe.
00:19:01: Baustelle hört sich ja immer jetzt so alarmierend gefährlich an.
00:19:05: Baustellenzeiten sind immer so ein Tal, aber nachher das zu sehen was daraus geworden ist.
00:19:09: Beispielsweise einen Deckel über eine Autobahn ist ja grandios!
00:19:12: Das ist ja ein Generationprojekt, ein Jahrhundertprojekt.
00:19:15: Da freuen sich noch ganze Generationen nach uns dran dass wir irgendwann mal die Mut hatten diese Autobahnen zu überdeckeln.
00:19:20: Da bin ich hundertprozentig bei dir.
00:19:23: das was dort jetzt entsteht oder gerade finalisiert wird?
00:19:30: ja auch Infrastrukturprojekte in dieser Größenordnung kommuniziert würden von Politik.
00:19:36: Und das fehlt mir halt an der einen oder anderen Stelle, ich will das jetzt gar nicht auf Hamburg kaprizieren aber das fehlt mehr halt an einer ein oder andere Stelle.
00:19:43: Warum können wir nicht klarer Vorteile kommunizieren?
00:19:48: Warum fällt es Politik meistens so schwer diese Vorteilsargumentation zu finden.
00:19:54: Ich weiß gar nicht, ob das immer so schwierig ist.
00:19:56: Wir bauen jetzt neue U-Bahnen und im Großteil planen wir sie noch in einem Teil, aber da ist es relativ einfach zu sagen, Mensch, wir bauen die U-bahn und ihr kennt das System u-Bahn.
00:20:05: Ihr nutzt das tagtäglich und wir sind heute froh, dass vor hundert Jahren Vorgängergeneration mal den Mut hatten zu sagen ,wir bauen eine U- Bahn damals noch mit Handschippe.
00:20:15: und deswegen können sich viele vorstellen, dass es gut ist, heute auch nur U-bahnen zu bauen um dann den nachfolgenden Generation vernünftiges Verkehrssystem mitzugeben Was schwierig ist, etwas zu vermitteln was es noch nicht erlebbar gibt.
00:20:27: Also wenn du dir immer einen Straßenraum vorgestellt hast und ein System vorgestellt hat so wie es ist und das immer nutzt brauchst du Bilder um zumindest zu erahnen wie es in Zukunft sein könnte.
00:20:38: und am besten hast du auch ein Ort wo du sagst guck mal das ist unser Bild für diesen Ort.
00:20:42: Da und da ist das schon mal in der ähnlichen Weise gemacht worden, geht doch mal hin und erlebt das.
00:20:47: Und dann kann man so ein bisschen erahnen wo es hingeht und dann hast du auch eine Positivkommunikation die du drauf setzen kannst.
00:20:53: ich finde gerade Verkehrspolitik statt Entwicklung bietet sich eigentlich dafür an gerade solche Diskussionen auch positiv zu führen weil du am Ende immer was Erlebbares gestaltest.
00:21:05: Das ist so das, was mich an der Verkehrspolitik fasziniert und begeistert.
00:21:09: Ich mache das jetzt seit zwanzig Jahren und du hast immer eine sehr intensive Diskussion!
00:21:14: Bei der Fußballweltmeisterschaft, bei der Fußball Europameisterschaft hast du achtzig Millionen Bundestrainer und Bundestrainer.
00:21:18: Und wenn das grad mal nicht ist, hast du achtzig Millionen Verkehrsexperte und Verkehrsexpertinnen die alle mitreden wollen?
00:21:24: Das ist aber ganz natürlich!
00:21:25: Weil du gehst ja irgendwie aus dem Haus und hast ein Erlebnis und hast eine Meinung darüber und wenn du gefragt wirst kannst du was dazu sagen.
00:21:30: Deswegen diskutieren wir sehr emotional, was wir im Verkehrsraum machen wollen.
00:21:35: Sobald wir abwägen müssen überlegen müssen wo sind Schwerpunkte was es vielleicht hier nicht so wichtig ist weil es wo anders wichtig ist.
00:21:41: Das ist immer sehr emotional.
00:21:43: Da wird auch ordentlich gestritten.
00:21:44: Dann kommen wir irgendwann in die Bauphase, da wird es auch noch mal emotional weil alle genervt sind von diesen rot-weißen Baken und ich glaube die machen auch total aggressiv wenn du den ganzen Tag nur an diesem Baken vorbeifährst zumindest geht das mir so dann ist der Platz auch immer eng und ist alles stolperig und laut und dreckig Und dann aber irgendwann ist der Bereich wo alles fertig ist und wir uns alle drüber freuen können wie tolles geworden ist.
00:22:05: und diesen Punkt der fasziniert mich so den hast du nicht.
00:22:08: Wenn du beispielsweise ein Gesetz schreibst, dann diskutierst du zehn Jahre lang über einen Gesetz.
00:22:12: Und am Ende hast du beschriebenes Papier und freust dich total.
00:22:15: das ist sehr weit weg und da können wir es anfassen.
00:22:17: deswegen ist die Positivkommunikation da ganz einfach.
00:22:20: bei Dingen die man nicht sieht ist es schwieriger.
00:22:22: Also eine Stromleitung, wenn ich mir jetzt einen neuen Hundertzehn-KV-Leitung in die Straße baue und dafür ein Jahr lang brauche.
00:22:28: Kann ich dir nicht zeigen, was für eine tolle Leitung da unten ist?
00:22:31: Sondern eine Stromkonto aus der Steckdose und solange er da auch noch raus kommt merkt niemand das es irgendwie mal kritisch war.
00:22:36: Da ist es schwieriger diese wirklich positiven Bilder zu erzeugen, in welche Richtung man hin
00:22:41: will.".
00:22:41: Hat das etwas damit zu tun dass Narrative wie Verbrennerverbot –was es ja faktisch nicht gibt– und Heizhammer durch mangelnde positive Kommunikation
00:22:51: entstehen?".
00:22:52: Ja, das ist so und du kannst die beste Idee durch eine falsche Kommunikation kaputt machen.
00:22:57: Deswegen ist die Frage im politischen Raum eigentlich immer ich sag mal fünfzig Prozent der Lösung ist die richtige Idee zu haben, die auch umsetzbar ist und fünfzig prozent ist zur rechten Zeit mit dem rechten Botschaften mit den richtigen Leuten zu reden.
00:23:10: Ich bin hundertprozentig bei dir das was du gesagt hast gerade die Phase wenn Projekte adressiert werden ja wenn sie in der Entstehung sind die Bevölkerung mitzunehmen.
00:23:20: Es braucht einen robusten Dialog, damit jeder der entweder positiv oder negative Empfindungen dafür hat den Raum hat sich vernünftig zu äußern.
00:23:31: Das braucht den Raum um Diskussion in einer Form zuzulassen die verhindert das im Nachgang solche Narrative gesponnen werden die halt tatsächlich substanziell überhaupt keinen also aus meiner Sicht keinen Sinn machen.
00:23:46: Das ist ja, ich meine das kannst du auch auf die Familie unterbrechen.
00:23:48: Richtig!
00:23:49: Da musst du auch gucken, triffst du dich und dann musst du die richtigen Diskussionen führen.
00:23:53: Du kannst nicht einfach sagen boom das machen wir alle sagen ne finde ich doof sondern du musst dir vernünftig miteinander reden.
00:23:58: Das ist da genauso.
00:23:59: was auch wichtig ist es dass du als Regierung ein gemeinsames Ziel hast und auch eine gemeinsame Lösung entwickelts und dann auch gemeinsam das kommunizierst.
00:24:08: das war wenn du jetzt auf den Heizhammer anspielt war das natürlich in Berlin auch ein Problem dass nicht gemeinsam kommuniziert wurde.
00:24:16: Das machen wir in Hamburg zum Glück ganz anders, sondern wir streiten auch inhaltlich und diskutieren rauf- und runter.
00:24:22: aber wenn wir eine Lösung gefunden haben dann wird sie gemeinsam in der Öffentlichkeit vertreten und wir diskutieren auch nicht unsere Streitpunkte über die Medien, sondern wie diskutieren Sie unter uns?
00:24:33: Wäre tatsächlich einer meiner Punkte noch gewesen warum das so ist?
00:24:36: weil das ist bemerkenswert in Hamburg also wenn man es vergleicht nicht nur auf Bundesebene sondern auch auf anderen Landesebenen.
00:24:43: Hamburg schafft das.
00:24:44: Gibt es auch an der einen oder anderen Stelle mal Fails, aber in der Regel finde ich wieviel Jahre ist jetzt diese Koalition schon zusammen?
00:24:52: Wir sind jetzt eine dritte Legislatur.
00:24:53: Drei
00:24:54: Legislaturperiode?
00:24:55: Das liegt einfach daran dass wir sehr vertrauensvoll miteinander arbeiten.
00:24:59: Ich finde persönlich immer mein Ansatz ist – ich möchte auch!
00:25:03: Ich muss nicht nur sondern ich möchte verstehen warum meine Diskussionspartner eine andere Meinung haben.
00:25:09: Das ist ganz wichtig, um eine Lösung zu finden.
00:25:11: Weil du dann erst verstehen kannst aus welcher Warte eigentlich jemand argumentiert?
00:25:16: Wenn du dann noch akzeptierst dass das auch seine Berechtigung hat diese Argumentation, dann hast du den nächsten großen Schritt getan.
00:25:21: Dann kannst du gucken wie kriegen wir es hin da eine Lösungzufinden die auf alle Einwände und Befürchtung eingeht?
00:25:27: weil in der Regel ist es so deine eigene Meinung ist jetzt nicht hundertprozentig Richtige Sondern so eine Korrekturinstanz, auch wo ne Korrektorinstanz wo man vielleicht nochmal ein zwei drei vier fünf kritische Nachfragen stellt.
00:25:39: Die ist total wertvoll und oft ist es dann auch so.
00:25:42: das just die Frage krieg ich fünf nachfragen, denke ich, wo die eine, die ist aber richtig gut, die kann ich jetzt gar nicht beantworten, da muss ich noch mal drüber nachdenken.
00:25:48: So hast du natürlich auch einen Qualitätsgewinn in der Entscheidungsfindung Wenn du das vertrauensvoll machst Und nicht dein Gesicht in der Öffentlichkeit verlierst weil du In der und der frage jetzt nochmal deine Meinung geändert hast, weil du vom anderen überzeugt wurdest.
00:26:02: Das macht dann eine gute Politik aus und ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger das auch erwarten.
00:26:06: Die erwarten nicht, dass wir uns wie die Kesselflicker in Öffentlichkeit streiten.
00:26:09: Die warten, dass Wir unsere Position gut abwägen.
00:26:13: Dass wir genau wissen was wir tun und dass wir mit einer Stimme dann auch nach draußen sprechen und das sagen, was wir jetzt beschlossen haben.
00:26:20: Was ist das
00:26:21: Idealbild?
00:26:21: Wir sind jetzt ein bisschen abgeschweift oder es war trotzdem sehr interessant.
00:26:24: Ich würde aber gerne noch mal auf das Thema Mobilität zurückkommen.
00:26:29: Rückgrat der Mobilitätswende oder nur ein Teil?
00:26:31: Eindeutig rückgratt, wenn du dir die Zahlen anguckst wie viele Leute mit welchem Verkehrsmittel transportiert werden dann ist.
00:26:38: Der ÖPNV im Grunde der Treiber der öffentlichen Mobilität.
00:26:43: auch wenn wir uns Straßen angucken gucken wir uns immer an wie viel Leute fahren dort mit dem Fahrrad Wie viele Leute fahren dort mit dem Auto, aber auch wie viel Leute fahren da mit dem Bus?
00:26:52: Und manchmal ist es so dass der Bus mehr als die Hälfte der Beförderungskapazitäten auf Straßen beinhaltet.
00:26:57: Ja
00:26:58: absolut gibt's da Kapazitätsgrenzen.
00:27:00: Du hast schon angesprochen weitere U-Bahn Linie.
00:27:03: das wird sicherlich auch was mit Kapazität und Führung zu tun haben.
00:27:06: ja das hat primär damit etwas zu tun dass wir würde man sagen so ungefähr vor vierzig Jahren in Hamburg angefangen haben u-Bahnen zu bauen.
00:27:12: Das war in den ersten Ölkrisen in den siebziger jahren.
00:27:15: dann sind sogar mehr als vierzig Jahre rein rechnerisch.
00:27:18: Und dann haben wir immer diskutiert, was wollen wir eigentlich machen?
00:27:21: Dann haben wir erst mal lange nichts gemacht.
00:27:23: Dann haben wird es für Jahrtausendwände gesagt, wir machen eine Straßenbahn und dann hat die eine Regierung eine Straßenbahnen geplant.
00:27:29: Dann hat die andere Regierung gesagt, die Straßenbahn finden wir doof.
00:27:32: Dann sind wieder viele Jahre ins Land gegangen, dann hat eine neue Regierung wieder gesagt, oah, Straßenbahn das wäre doch mal was!
00:27:39: Und dann kam wieder ne Wahl, da hat die nächste Regierung gesagt die Straßenbahne finden wir Und wenn du immer nur planst und in irgendwelchen Luftlössern baust, dann passiert halt nichts.
00:27:47: Und so haben wir jetzt fünfzig Jahre lang das gemacht und haben uns jetzt mal darauf geeinigt, dass wir bauen eine neue U-Bahnlinie in die Gebiete, die einfach keine Schnellbahnanbindung haben wo die Busse aber so überfüllt sind, dass es eigentlich nicht mehr zumutbar ist, Bus zu fahren.
00:28:01: beziehungsweise wir können jetzt noch einen weiteren Bus hinten ranhängen, hast du irgendwann Stau auf der Busspur?
00:28:08: Da bauen wir jetzt u-Bahnen!
00:28:10: Wir machen das auch auf den bestehenden Linien dass wir durch Digitalisierung die Kapazität erhöhen, weil wir die Taktfolgen dadurch erhöhen können.
00:28:17: Dann kannst du nicht mehr nur alle fünf Minuten oder im Zweifel auch mal alle drei Minuten das kriegst du noch händisch hin sondern wir machen es jetzt so, dass wir auf der stark befahrensten U-Bahn Linie wo sich in Zukunft auch zwei U-bahnlinien überschneiden weil wir auf die Hornagäste neu u-Bahnen bauen da wird uns technisch so sein, dass die U-ban alle Hundert Sekunden fahren können und dadurch haben wir auf den bestehenden Infrastruktur dann mehr Kapazitäten.
00:28:39: Was für eine Rolle spielen dort?
00:28:42: mögliche Dienste wie und ihr habt ja in Hamburg ein Projekt, was demnächst losgeht mit Hamburg.
00:28:47: Und Demanddienste in der Zusteuierung von den entsprechenden Nutzern und auf der anderen Seite.
00:28:55: Hamburg hat natürlich ein sehr enges Stadtgebiet aber wenn man in die Randzonen geht ist es auch ein bisschen weitläufiger.
00:29:01: überall da wo's weitläufe wird ist der ÖPNV in der Kostenbetrachtung schlechter als im Innenstadtbereich.
00:29:09: Was für Möglichkeiten spielen da on-demand Dienste?
00:29:12: In unseren Zukunftszenarien ist es so, dass On-demandsdienste im öffentlichen Verkehr im Grunde die Zubringerfunktion erfüllen.
00:29:19: Also entgegen den wo sich nicht lohnt in einem engen Takt irgendwie mit einem zwölf Meter Bus wir sagen mal viel heiße Luft durch die Gegend zu fahren.
00:29:28: Da kommen dann auch die Mantins in den Spiel, die ein individuell aufsammeln.
00:29:32: Vielleicht noch poolen und aber nicht eins zu eins eines Ziel bringen sondern zur nächsten S-Bahnstation oder zum nächsten Bus Hub wo größere Linien abfahren, wo man umsteigt und dann im Grunde in die größeren Gefäße einsteigt um mit der S-bahn Richtung Innenstadt zu fahren.
00:29:48: Es würde nichts bringen wenn wir diese Shuttles irgendwann sagen, dann fahren alle Kolonnen in die Innenstadt Das bringt nix.
00:29:53: Das ist auch nicht effizient, sondern dafür haben wir NAS-Bahn.
00:29:56: Dafür haben wir eine U-Bahne und gut ausgebaute Busse.
00:29:59: Es geht um diese Zubringerfunktionen und wir gehen davon aus dass das dann auch perspektivisch autonom stattfinden wird sodass eben der Business Case so ist, dass sich das finanziell vernünftig darstellt.
00:30:11: Was für ne Rolle spielt Autonomisfahren generell im Stadtbild in der Zukunft?
00:30:15: Wir
00:30:15: gehen davon raus, dass wir den Punkt bald durchbrechen werden wo es dann auch in Deutschland oder Hamburg erlebbar ist.
00:30:23: Ich glaube die Technologie ist da, wir müssen jetzt noch so ein bisschen erproben.
00:30:27: Wir haben verschiedene Projekte, die das erproben und wir müssen auch noch ein paar rechtliche Rahmenbedingungen klären und dann wird es sicherlich auch eine Gewöhnungsphase geben.
00:30:36: aber dann wird man das im Stadtbild sehen, dann wird das für uns ganz selbstverständlich werden.
00:30:41: Das ist jetzt von der Entwicklung hier betrachtet, gab es auch eine Gewöhnungsphase als die U-Bahn erfunden wurde oder erst mal nicht gebaut wurde.
00:30:49: Beim Auto auch aber also bei der U-bahn jetzt etwas wo wir sagen das ist ganz normal dass ich in Untergrund gehe im Tunnel rein und den U-U-Bahnen hatten die Leute Angst und haben gesagt oh ich weiß nicht das schwarze Loch da unten was mache ich da?
00:30:59: Dann mussten sich die Leute dann gewöhnen und da hat man gesagt jetzt fahr doch erstmal probt das erstmal lebt das erstmal drüber gesprochen Und so wird das mit dem autonomen Fahren auch sein.
00:31:07: Irgendwann wird das ganz selbstverständlich im Stadtbild
00:31:10: dazugehören.".
00:31:11: Du hast das Thema kurz angesprochen, wir müssen noch ein paar rechtliche Rahmenbedingungen dafür schaffen.
00:31:16: Das Thema Regulierung und Genehmigungsprozesse ist neben Digitalisierung eines der Basshörter in Deutschland die wir haben.
00:31:23: wenn wir an öffentliche Institutionen denken wie geht Hamburg damit um?
00:31:29: Wie macht ihr Mobilität oder solche Infrastruktur-Projekte egal in welcher Größenordnung Und welcher Couleur, wie macht ihr das schneller?
00:31:36: Wir sind dabei immer sehr detailliert die Prozesse zu hinterfragen.
00:31:40: Wenn wir zum Beispiel auf die U-Bahn gucken versuchen wir gerade alles auszuschöpfen was an Beschleunigung geht und da geht erstmal im bestehenden System schon recht viel dass der erste Punkt ist wenn du einig bist dass du das bauen willst als Stadt und dahinter auch eine Mehrheit hast und sagst wir haben die Leute dir das planen wir haben Die Finanzierung dahinter.
00:31:58: jetzt mach das bitte dann hast Du schon viel gewonnen.
00:32:01: es ist der Tod eines jeden projektes.
00:32:03: wenn du Nach jeder Planungsphase wieder neu diskutiert, wollen wir das eigentlich wirklich?
00:32:07: Dann sind die Leute, die es geplant haben weg weil das Projekt beendet wurde.
00:32:10: Da musst du sie wieder einsammeln und dann musst du das Geld wieder bereiten.
00:32:13: Und jetzt immer wieder Stück für Stück voran sondern das muss einen strengenden Fahrt geben.
00:32:17: Wir haben beim Straßenbau beispielsweise geguckt können wir mal weg von diesem Gedanken.
00:32:22: Wir bauen immer alles hundert Prozent abgesichert neu um wirklich jeden Stein Und versuchen jede Eventualität ein Planungsprozess vorweg zu nehmen.
00:32:31: Dann haben gesagt, guckt Jungfernstieg wieder als Beispiel was können wir denn jetzt schon mal machen zwischen den beiden Kanstern die da sind und haben dann erst einmal im Zwischenstadium einen Provisorium geschaffen wo wir einen Straßenraum umgebaut haben.
00:32:43: Haben dann gesagt lasst uns mal daraus lernen.
00:32:45: das hat jetzt nur ein paar Monate gedauert?
00:32:48: Dann haben wir daraus gelernt und haben daraus den finalen Plan gemacht so dass wir dann am Ende viel Geld investiert haben auch wussten das funktioniert und ich am ende viel Geld viel geplant haben, um Ende zu sagen hoffentlich funktioniert's.
00:33:00: Und so versuchen wir in allen Bereichen immer mal wieder zu gucken, kriegen wir das einfacher?
00:33:04: Dann können wir Dinge auch vielleicht einfach mal testen.
00:33:07: und wir trauen uns auch zu, immer mal Richtung bunten Vorschlag zu machen wo wir sagen dass und das Gesetz könnte man mal ändern dann geht es schneller mit der und der Folge.
00:33:15: Wir kommen langsam zum Ende.
00:33:17: da kommt bei uns immer noch die Standardfrage was sind deine drei Wünsche in deinem Kontext für die Zukunft?
00:33:25: Von vielen Teilnehmern, ich glaube von allen kommt dann immer politische Verlässlichkeit.
00:33:31: Das haben wir ja in den letzten Jahren an der einen oder anderen Stelle leider leidvoll erfahren und das hast du ja auch gesagt Straßenbahn hin, Straßenbahn her, Straßenbahnhin.
00:33:39: Führt halt nicht zu Planungssicherheit, führt auch nicht Emobilität fördern, Emobilitet nicht fördern führt auch nicht zur Planungssicherheit.
00:33:47: aus deiner Sicht was sind deine Wünsche für die nächsten Jahre wenn Du dein Thema betrachtest?
00:33:53: Also ich hänge einfach ganz viel mit Herzblut in den Themen, die ich da bewege.
00:33:57: Und ich wünsche mir schlicht, dass sich die auch wirklich weiter umsetzen kann und das wir auch eine Kontinuität haben diese Projekte Stück für Stück umzusetzen, die wir jetzt bis zweizig vierzig so in der Pipeline haben.
00:34:09: Am liebsten würde ich auch zwanzig vierzig noch das rote Band durchschneiden, um dann die U-Bahn komplett im Betrieb zu nehmen.
00:34:14: aber dass dieser Weg einfach kontinuierlich gegangen wird weil ich glaube gerade dieser kontinuelle Weg ist einfach ein Erfolgsrezept.
00:34:19: Das wünsche Und ich wünsche mir ganz konkret, dass wir dafür jetzt auch beschließen das wir Olympia haben wollen.
00:34:26: Weil meines Erachtens Olympia der Garant dafür ist ,dass wir genau diesen Weg gehen können und dass wir auch einen Punkt haben wo wir sagen können bis dahin müssen bestimmte Dinge auch fertig sein und es wäre peinlich in der Welt gegenüber diese Dinge dann nicht fertig zu haben und deswegen strengen wir uns alle mal ganz toll an dass das auch gelingt und da wird es nämlich auch gelingen.
00:34:41: Es ist
00:34:42: ein guter Abschluss.
00:34:42: Ich glaube also A die Autobahntunnelung war ja eigentlich ursprünglich auf einmal für damalige mögliche Bewerbung der Hansestadt Hamburg für Olympia geplant.
00:34:51: Insofern ist es ja ein guter Ansatz hinzugehen zu sagen, guckt mal da ist was Tolles entstanden, wollten wir für Olympian hat nicht ganz geklappt.
00:34:59: aber lasst uns das Thema nochmal aufnehmen.
00:35:01: ich bin übrigens auch der Meinung dass Olympian sehr sehr gut ertreibe.
00:35:04: und dann guck dir München an die feiern noch heute dass sie seventy olympien haben ja absolut und das merkt man in der Stadt doch anders die sich dadurch entwickelt hatten.
00:35:11: dafür
00:35:11: wünsche ich euch viel Erfolg.
00:35:13: Wahl dafür, Wahl kann man es ja nicht nennen.
00:35:16: Waren die schon dran?
00:35:16: Habt ihr euch schon entschieden?
00:35:18: Wir haben das Referendum und die Abstimmung da drüber haben wir jetzt Ende Mai.
00:35:21: Wir diskutieren jetzt eifrig noch im Mai.
00:35:23: Das ist glaube ich auch ganz gut, dass eine Stadt mal so lebhaft diskutiert für oder wieder und damit sieht was sich damit verbinden kann.
00:35:30: Es ist ja wesentlich mehr als Infrastruktur, ne?
00:35:31: Da geht's auch ein bisschen um Sport!
00:35:36: Geht es auch darum, dass Hamburg barrierefrei sein möchte?
00:35:40: Dass wir einen totalen Boost für Barrierefreie kriegen.
00:35:42: Wenn wir die Paralympischen Spiele hier in Hamburg haben... Ich glaube, wir werden noch ein anderes Lebensgefühl dann durch nach Hamburg kriegen.
00:35:47: Wir werden den Breitensport enorm fördern und dann wird am einigste Mal das Referendum dann sein!
00:35:52: Ich drücke die Daumen dafür.
00:35:53: Ich drück auf die Daume dafür, dass ihr mehr als drei Legislaturperioden noch weitermachen könnt einfach damit du das gute Band für was auch immer noch zu erscheinen kannst.
00:36:02: Schön, dass du da gewesen bist.
00:36:03: Das war sehr interessant.
00:36:04: Herzlichen
00:36:05: Dank.
00:36:05: Wenn
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